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Sonntag, 29. Mai 2016

Die LG G Watch R ausprobiert

Eins gleich vorweg: Viele, wirklich gute und zumindest meinen Ansprüchen entsprechende Smartwatches im Bereich „Android Wear“ gibt es bis jetzt noch nicht. Die einen sind nicht rund, die anderen haben kein komplettes Display und wiederum bei anderen, funktioniert das Zusammenspiel mit Android Wear einfach nicht gut.

Mit der G Watch R hat LG erstmals eine Smartwatch auf den Markt gebracht, die im Gegensatz zur Moto 360 von Motorola, komplett rund ist und auch bei weiteren technischen Details wie z.B. eine bessere Akkulaufzeit, einen besseren Eindruck machen soll. Ob die Smartwatch aus dem Hause LG hält, was sie zumindest verspricht?

Technisch ist die Uhr mit einem Snapdragon 400, 512 MB RAM, 4 GB Flashspeicher, Bluetooth 4.0 LE, einem Schrittzähler, Herzfrequenzmesser, Barometer, Kompass und einem Mikrofon für die Spracheingabe ausgestattet. Das 1,3 Zoll große P-OLED Display löst mit 320 x 320 px (246 ppi) auf und die Akkukapazität beträgt 410 mAh. Der komplette Durchmesser der Uhr beträgt 46 mm. Die Uhr ist zudem IP67-Zertifiziert und somit vor Spritzwasser geschützt. Ausgeliefert wird die Uhr mit einem recht soliden schwarzen Lederarmband.

Design und Verarbeitung

Die Uhr ist ziemlich schlicht gehalten und wirkt damit sehr elegant. Dennoch, die Uhr ist groß, richtig groß. Das Display und der Rahmen sind hier zusammen größer als die Moto 360 und ich muss auch hier ehrlich sagen, dass mir das bei der Moto 360 einfach noch ein wenig mehr zusagt. Die Uhr besteht zwar vollkommen aus hochwertigen Materialien wie Edelstahl und Aluminium, dennoch fühlt sich das ganze aber nicht so an, wie es sich eigentlich bei Edelstahl und Aluminium anfühlen sollte. Man hat hier eher das Gefühl, ein etwas hochwertigeres Plastik in der Hand zu haben. Letztlich ist das aber nicht wirklich schlimm, da die Smartwatch ansonsten ziemlich gut verarbeitet ist und das Material auch nicht so kratzeranfällig ist. Da kann sich die Uhr dann auch gerne wie Plastik anfühlen, solange sie auch wirklich was aushält.

LG G Watch R

LG G Watch R Display und Rahmen

Tragekomfort

Das mitgelieferte schwarze Lederarmband ist zwar für den alltäglichen Gebrauch recht gut, jedoch ranzt es meiner Meinung nach mit der Zeit aus und sieht ziemlich verknittert aus. Wer gerne ein etwas hochwertigeres oder ein Metallarmband nutzen will, hat z.B. bei Amazon eine große Auswahl. Ich würde jedenfalls auch zu einem etwas besseren Armband greifen, da mich die Abnutzung mit der Zeit doch ziemlich stören würde. Ansonsten liegt die Uhr gut am Arm, fühlt sich auch trotz der Größe nicht wie ein schwerer, dicker Klotz an. Was mich ein wenig gestört hat, waren die Abstände der Schließlöcher am Armband. Wenn ich die Uhr am drittletzten Loch geschlossen habe, war es etwas zu eng, ein Loch darunter, war es dann schon wieder zu weit und die Uhr rutschte mir runter bis zum Handgelenk.

Das P-OLED Display ist scharf, verdammt hell und liefert traumhafte Schwarzwerte. Hier reicht es auch aus, wenn man in den Einstellungen die niedrigste Helligkeitsstufe wählt. Das schont den Akku und ist auch draußen noch völlig ausreichend. Das hat LG hier einfach ziemlich gut hinbekommen und vom Gefühl her, sieht das auch einfach nach mehr als 320 x 320 px. aus.

Android Wear und die Nutzung im Alltag

Zu Android Wear wurde bisher schon viel geschrieben und meist war es auch nichts Gutes, was man da über das System aus dem Hause Google so las und hörte. Meine Meinung? Ja, die Kritik ist schon berechtigt, jedoch aber auch oft ziemlich überzogen. Bevor man die Uhr nutzen kann und sich in die Welt der Smartwatches begibt, muss man das Gerät kurz über die „Android Wear“ App, die von Google stammt, einrichten. Die Einrichtung ist relativ Simpel und geht recht schnell. Nach der Einrichtung folgt ein kurzes Tutorial und dann ist die Uhr auch schon betriebsbereit. Die einzelnen Karten, die einen über die eingegangenen Benachrichtigungen informiert, können entweder mit einem Wisch nach rechts, ausgeblendet werden oder man öffnet mit einem Wisch nach links, ein weiterführendes Menü. Je nachdem was man für eine Benachrichtigung bekommen hat, kann man dann entweder auf eine Nachricht antworten, einen Link öffnen oder wenn es sich um Musik handelt, vorspulen bzw. zum nächsten Titel springen.

Mit Android Wear kompatible Apps müssen relativ umständlich über die Einstellungen geöffnet werden. Hierher gelangt man durch ein doppeltes Tippen auf die Uhr. Bei meinem Gerät funktionierte das aber nicht immer oder nur mit Verzögerung. Dazu später mehr.

Ganz ehrlich? Google, wieso macht ihr das so kompliziert? Wieso fügt ihr nicht einfach einen besseren und effizienteren Launcher hinzu? Muss es denn wirklich sein, dass man sich einen alternativen Launcher installieren muss, um schnell eine App zu öffnen? Wenn wir schon beim Thema „uneffizient“ sind, bleiben wir auch noch kurz dabei! Musiksteuerung mit Android Wear? Vergesst es, es ist eine Zumutung! Musik über Google Play Music oder Spotify lässt sich auch nur recht einfach steuern. Ein Titel vor oder zurück, Stop und Pause. Das war es dann auch. Es ist keine Steuerung der Playlist möglich. Ist es denn so schwer, sich darüber Gedanken zu machen, wie man das effizienter gestalten kann? Was die Musiksteuerung und Spotify angeht, hat sich Rico Monteiro, ein  UI/UX Designer von Samsung durchaus gute Gedanken gemacht und dazu ein Konzept veröffentlicht. Na? Es geht doch! Jetzt bitte auch umsetzen, liebe Mädels und Jungs von Spotify. 😉

Ok, ich merke schon, jetzt bin ich hier etwas zu sehr im Thema Effizienz und Musiksteuerung abgeschweift.  Kommen wir dann jetzt zur Performance der Uhr.  Ja, sie läuft recht flüssig und ja, sie hat aber auch ihre Zipperlein. Mal kommt man nicht zu einem Menü, mal lassen sich die Benachrichtigungen nicht ausblenden, Apps lassen sich nicht öffnen oder die Uhr verweigert einfach mal eine Zeit lang den Dienst und stürzt ab. Ziemlich nervig das ganze, jedoch auch nicht immer zu vermeiden. Zum einen ist Android Wear wirklich noch nicht perfekt und hier sollte Google auch noch an einigen Schrauben drehen und zum anderen lässt sich in so einer Uhr auch einfach (noch) nicht die Hardware verstauen, die man zu einem optimalen Betrieb vielleicht brauchen würde. Mal ehrlich? Wollt ihr eine Uhr oder ein dickes Vieh am Arm tragen? 😉

Wer gerne etwas Ruhe benötigt, weil er sich entspannen will oder sich in einem Meeting befindet, hat die Möglichkeit die Uhr auch stumm zu schalten. Dazu wischt man einfach nach oben und kann das ganze dann in dem sich öffnenden Menü einstellen.  Aber, wie sieht es denn eigentlich mit der Herzfrequenzmessung und dem Schrittzähler aus? Die Ergebnisse der Herzfrequenzmessung sind zwar relativ gut, jedoch muss man auch erst mal das Glück haben, sie zu bekommen. Bei meinem versuchen, mir meine Herzfrequenz anzeigen zu lassen, bekam ich meist nur die lapidare Meldung zu sehen, dass es nicht geklappt hat und ich es erneut probieren solle. Wenn es dann aber mal geklappt hat, waren die Werte aber durchaus gut. Man sollte jedoch trotzdem immer auf einen medizinischen und professionellen Herzfrequenzmesser setzen.

Der Schrittzähler hingegen funktioniert einwandfrei und perfekt. Er trackt die zurückgelegte Laufdauer und die Schritte sehr zuverlässig und synchronisiert die Daten mit Google Fit. Hier gibt es eigentlich dann auch nicht mehr viel zu erzählen. Dat klappt einfach!

Was bleibt noch zu sagen? Die Uhr macht einem das Leben schon einfacher. Timer stellen? Ok, Google, stelle den Timer auf 5 Minuten. Ihr könnt euch schlecht was merken? Ok, Google, schreibe Notiz „Milch kaufen“. Google Now eben. Viele, viele Dinge, die einem das Leben etwas leichter machen. Hier will ich aber nicht zu viel zu schreiben, dass würde bei der Fülle an Dingen, die man machen kann, etwas ausarten. Für mich macht das ganze aber einiges viel, viel angenehmer. :-)

LG G Watch R

LG G Watch R eingeschaltet

Akku und Ladeschale

Der Akku hielt bei meinem Testgerät meist knapp 3-4 Tage, was ein ordentlicher Wert ist, wenn man bedenkt, dass ich doch schon recht viele Benachrichtigungen durch Twitter und Co. bekomme. Die Ladeschale ist allerdings etwas unhandlich und kann, wenn man nicht ständig darauf aufpasst, auch leicht verloren gehen, wie es dem Herrn Pallenberg von den Mobilegeeks auch direkt mal passiert ist. Der QI-Standard ist leider nicht mit an Bord und somit wird die Ladeschale dann auch wirklich benötigt. Schade, denn QI hätte ich mir schon wirklich gewünscht.

Fazit und meine Meinung

LG hat gute Arbeit geleistet und eine ziemlich gute Smartwatch, die vollständig rund ist, einen guten Akku besitzt und sich zudem recht gut bedienen lässt, auf den Markt gebracht. Sicher, die Uhr hat hier und da ihre Schwächen. Betrachtet man allerdings das Gesamtpaket, dann ist die Uhr doch einfach gelungen und sicher das bisher beste, was auf dem Markt bis jetzt erhältlich ist, auch wenn es sicherlich etwas schönere Uhren gibt. Der Preis ist meiner Meinung nach allerdings noch etwas zu hoch für das Gerät. Dennoch, wer in die Welt der Smartwatches wirklich einsteigen will, findet hier ein tolles Gerät vor. Von mir gibt es daher eine Kaufempfehlung. Die LG G Watch R ist bei Amazon derzeit für rund 240 € erhältlch.

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Über den Autor

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